Buchdetails

Titel
Menschen und andere Ungeheuer
Autoren
Robert Silverberg (u.a.)
Sprache
deu
Schlagworte
Kurzgeschichten, Science Fiction
Inhalt
Im Mittelalter war ein beliebter literarischer Zeitvertreib das Verfassen von Bestiarien – enzyklopädischen Beschreibungen von Tieren: wirklichen Tieren, Fabeltieren und Ausgeburten wilder Gerüchte. Der Autor eines Bestiariums versuchte nicht nur die besprochenen Tiere zu beschreiben und zu klassifizieren, sondern auch in kurzen Geschichten ihren Charakter darzustellen, um eine religiöse oder zumindest lehrreiche Moral anzubringen. So wurde der Löwe zum Symbol königlichen Mutes, die Ameise zum Beispiel für sprichwörtlichen Fleiß, die Schildkröte für Ausdauer. Diese vertrauten Geschöpfe bevölkerten die Seiten der Bestiarien – aber nicht nur sie, sondern auch eine Reihe anderer Tiere, deren Existenz im besten Falle zweifelhaft war, wie Einhorn und Greif, Basilisk und Drache ... Die moderne Zoologie hat dem Zusammenstellen eines Bestiariums viel von seinem Reiz genommen. Wir wissen wohl, daß es auf unserem Planeten eine Anzahl recht ungewöhnlicher Geschöpfe gibt, wie die Schnabeltiere, Ameisenigel und Gürteltiere – es steht aber heute leider außer Zweifel, daß so interessante Ungeheuer wie der Phönix, der Vogel Rock und die Chimäre nicht einmal in den verstecktesten Winkeln der Erde zu finden sind. Glücklicherweise fanden sich bald zahlreiche Science-Fiction-Autoren, die diese Lücke im Bereich der unnatürlichen Naturgeschichte mit Vergnügen schlossen. Auf den Seiten von SF-Magazinen tummeln sich einige der verrücktesten, unwahrscheinlichsten Tiere, die die menschliche Fantasie seit der Blütezeit der Bestiarien im zwölften Jahrhundert geschaffen hat. Der erste Autor, der sich bewußt auf extraterrestrische Zoologie spezialisierte, war der leider sehr früh verstorbene Stanley G. Weinbaum. In den wenigen Jahren seines Schaffens um 1935 schenkte er einer erstaunlichen Zahl bizarrer Kreaturen das Leben. Einigen davon begegnen wir im vorliegenden Buch. Weinbaums Erfolg regte andere an, ihrerseits zur wunderlichen Menagerie der Fantasie beizutragen. So finden wir hier – zum Vergnügen, wenn schon nicht zur Erbauung der Leser zusammengestellt – ein Sortiment zoologischer ›Zuckerln‹: Gnurrs, Hurkls, Hokas, Bachkäfer, sowie eine blaue Giraffe, um nur wenige aus der bunten Vielfalt herauszugreifen, die die Science-Fiction-Forscher aus alten, jetzt wieder neu aufgelegten Stories ausgegraben haben. Es tut mir wirklich leid, daß dieses Buch nicht doppelt so umfangreich werden konnte, denn für jedes hier auftretende Fantasiegeschöpf existieren mindestens zwei oder drei ebenso interessante, die unbesungen bleiben mußten. Fürs nächste werden sie wohl weiter in den vergilbenden Archiven alter SF-Magazine dahinvegetieren. THEODORE STURGEON Hurkls sind fröhliche Geschöpfe (THE HURKLE IS A HAPPY BEAST) L. SPRAGUE DE CAMP Die blaue Giraffe (THE BLUE GIRAFFE) PHILIP K. DICK Die Partiturwesen (THE PRESERVING MACHINE) POUL ANDERSON UND GORDON R. DICKSON Der Sheriff von Canyon Gulch (THE SHERIFF OF CANYON GULCH) CLIFFORD D. SIMAK Die Mehrzweck-Tiere (DROP DEAD) R. BRETNOR Die Geheimwaffe (THE GNURRS COME FROM THE VOODVORK OUT) ROBERT SILVERBERG Der Zoo (COLLECTING TEAM)
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