Buchdetails

Titel
Die 128 Seiten der Fabulous Furry Freak Brothers und ihrer Freunde / die besonderen Vorkommnisse des Philbert Desanex alias Wonderwarthog
Autoren
Gilbert Shelton
Sprache
deu
Schlagworte
Comic Strip, Humor
Inhalt
m Mittelpunkt der Serie, die vorwiegend im [San Francisco](https://de.wikipedia.org/wiki/San_Francisco) der 1970er Jahre angesiedelt ist, stehen die drei [Hippies](https://de.wikipedia.org/wiki/Hippies) Phineas, Freewheelin' Franklin und Fat Freddy, deren Tagesablauf sich vorwiegend um die Beschaffung von Drogen beinahe jeglicher Art, Nahrungsbeschaffung bzw. die Finanzierung des Lebensunterhalts im Allgemeinen dreht. Die [Vermeidung von herkömmlicher Arbeit](https://de.wikipedia.org/wiki/Gammler) im bürgerlichen Sinne ist ein prinzipieller Lebensinhalt der drei [Freaks](https://de.wikipedia.org/wiki/Freak), weswegen sie sich auch in permanenter Geldnot befinden. Meistens in ihrer eher schäbig eingerichteten [WG](https://de.wikipedia.org/wiki/Wohngemeinschaft) den Tag vertrödelnd, kreist ihr Alltag außerdem häufig um die in Küche und Bad ansässige und stramm militärisch organisierte „Schabenarmee“, welche wiederum vom sehr eigenwilligen Haustier *Fat Freddys Kater* , der im Verlauf der Reihe eigene Abenteuer in einer eigenen Sub-Serie durchleben durfte, bekämpft wird; weiterhin um [Fernsehen](https://de.wikipedia.org/wiki/Fernsehen), allgemeine, bisweilen berechtigte [Paranoia](https://de.wikipedia.org/wiki/Paranoia) sowie des Öfteren auch um surreal-persönliche Erlebnisse, die sich am Ende als „nur geträumt“ herausstellen. Es gibt jedoch abweichend von der Hauptserie auch mehrere längere Geschichten, die während einiger Reisen der drei [Protagonisten](https://de.wikipedia.org/wiki/Protagonist) spielen. Die im typischen, teils slapstickhaften, teils jedoch liebevoll ausgearbeiteten Underground-Comicstil der Sechziger dargestellten [Antihelden](https://de.wikipedia.org/wiki/Antiheld) weisen trotz ihrer gemeinsamen Vorliebe für Drogen, Sex und möglichst wenig Arbeit charakterlich unterschiedliche Züge auf: * **Phineas** , der wohl Intelligenteste der Truppe, fungiert als „Cheftheoretiker“ bzw. [Kader](https://de.wikipedia.org/wiki/Kader) und markiert den typischen [Aussteiger](https://de.wikipedia.org/wiki/Aussteiger)-Szeneintellektuellen. Er stammt ursprünglich aus [Austin](https://de.wikipedia.org/wiki/Austin_\(Texas\)), [Texas](https://de.wikipedia.org/wiki/Texas), wo er seinem erzkonservativen Elternhaus entfloh. Im Gegensatz zu seinen Kumpanen ist er künstlerisch und kulturell gebildet und an den angenehmen Seiten des Lebens durchaus interessiert. Bei Phineas gehen Bart, Haare und Augenbrauen nahtlos ineinander über. Er trägt eine achteckige Brille und meistens eine [Latzhose](https://de.wikipedia.org/wiki/Latzhose). * Der – vergleichsweise – klardenkende Tatmensch **Freewheelin' Franklin** hingegen ist das Herz der Truppe. Sein Auftreten mit Jeans, Stiefeln, Schnauzbart und Cowboyhut spiegelt die Motorrad-Rocker-Mentalität à la [Easy Rider](https://de.wikipedia.org/wiki/Easy_Rider) wider. Er ist ein Waisenkind, das niemals mit Sicherheit seine wahren Eltern kennenlernte. Sein Beiname bedeutet „der Sorglose“[[](https://de.wikipedia.org/wiki/The_Fabulous_Furry_Freak_Brothers#cite_note-pons-2)2]. * Zum wohl beliebtesten Freak Brother avancierte allerdings der aus [Cleveland](https://de.wikipedia.org/wiki/Cleveland) stammende untersetzte Tollpatsch **Fat Freddy** , welcher neben der allgemeinen Vorliebe für [Cannabisprodukte](https://de.wikipedia.org/wiki/Drogenhanf) vor allem an übermäßigem Essen und Trinken interessiert ist. Er trägt meist nur Jeans und Unterhemd und hat abstehende blonde Locken, die direkt in einen Backenbart übergehen. Fat Freddy ist der intellektuell unbedarfteste der drei. Im Lauf der Zeit entwickelt er eine ausgeprägte Persönlichkeit. Freddy hat kaum Skrupel, wenn er nur auf seine Kosten kommt, überschreitet dabei aber bestimmte Grenzen nicht. Er und der WG-Kater sind in mehreren Abenteuern in einer Art Hassliebe miteinander verbunden. * Mit **Fat Freddy's Cat** wurde das Spektrum der Komik des Werks nach und nach erheblich erweitert. Durch Sheltons immer ausgefeilter werdenden Zeichenstil erhielt der Kater eine durchweg [pantomimische](https://de.wikipedia.org/wiki/Pantomime) Ausdrucksweise. Sie kommt in vielen Situationskomiken zur Anwendung, anfangs nur als Ausschmückung, später auch in Form eigener Strips. Neben den aufgeführten Figuren treten in der Serie weitere typische Exponenten und Feindbilder der Subkultur auf: der *Notorische Norbert* als [Undercover](https://de.wikipedia.org/wiki/Verdeckter_Ermittler)-Spitzel des lokalen Drogendezernats, der beinahe ebenso paranoid ist wie die drei Freaks; Freewheelin' Franklins [Landkommune](https://de.wikipedia.org/wiki/Kommune_\(Lebensgemeinschaft\))-Vetter *Country Cowfreak* , *Dealer McDope* und andere. Dominierte in den ersten Jahren der Reihe sowohl inhaltlich als auch zeichnerisch ein vergröberter, holzschnitthafter Persiflage-Stil, wurde die Serie mit den Jahren sowohl in Bezug auf die thematisierten Inhalte als auch in der Gestaltung der Comics etwas „arrivierter“. Der Niedergang der Hippie-Kultur und das Aufkommen anderer, zum Teil konträr orientierter Aussteiger- und Jugendkulturen wie etwa [Punk](https://de.wikipedia.org/wiki/Punk) und [Disco](https://de.wikipedia.org/wiki/Disco_\(Musik\)) führte schließlich auch zu Umbrüchen in der Comic-Szene: Auch die klassischen Underground-Comiczeichner mussten zur Kenntnis nehmen, dass unkonventionelle Comic-Reihen Anfang der 1980er nicht mehr automatisch der [Subkultur](https://de.wikipedia.org/wiki/Subkultur) zuzuordnen waren, sondern vielmehr zum Lebensalltag vieler junger (und auch älterer) Erwachsener dazugehörten.
Buchformate
Papier
Bernd hat es gelesen