Buchdetails
- Titel
- Dr. Ratte
- Sprache
- deu
- Inhalt
- So geht es nicht weiter, sagen sich die Versuchstiere der Menschen: Mäuse, Affen, Hunde, Kaninchen, Katzen und ein überlebendes Opfer, das im Labor als Dr. Ratte bekannt ist, holen zum Gegenschlag aus. Wie mag es sich anfühlen, wenn man als altgediente Laborratte in einem Käfig wohnt und Hunderte andere Versuchstiere aller möglichen Spezies um sich hat, die erhitzt, mit Strom gequält und um ihre Organe erleichtert werden? William Kotzwinkle gibt "Dr. Ratte" einfach die Klugheit und Weltsicht eines erwachsenen Menschen, freilich mit den Fantasien in eine Richtung, wie sie eine Ratte haben könnte. Doch Dr. Ratte deutet zunächst den Tod einfach als Freiheit um, versucht sich einzureden, all die sadistischen Experimente dienten der Wissenschaft, ehe er sich in Fantasien eines Aufstands der gequälten Tiere flüchtet. In diesen brechen die misshandelten Kreaturen aus, finden immer mehr Anhänger und genießen das freie Leben in der Natur. Überhaupt kontrastiert Kotzwinkle in seinem Kurzroman von '71 die Tierqualen mit der Idylle der Natur, blendet dabei freilich aus, dass einige der befreiten Tiere andere fressen würden. Wer einer Ratte ein menschliches Bewusstsein zubilligt, kann sich an einem sprachlich dichten Strom von Assoziationen und Gedanken erfreuen, einer überraschend ideologiefreien Anklage an hirnloser, bestialischer Forschung, wie es sie vor vierzig Jahren wirklich noch häufig gegeben haben mag. "Die Tierversuchsgegner haben ihre Bibel." *("Münchener Stadtzeitung")*
- Buchformate
- EPUB