Buchdetails

Titel
Das Parfum von Yvonne
Autoren
Patrick Modiano
Sprache
deu
Schlagworte
Roman
Inhalt
Originaltitel: Villa Triste Zwölf Jahre sind vergangen, seit der Erzähler Anfang der 1960er Jahre in einem französischen Seeort in der Nähe der Schweiz ein paar Sommermonate verbracht hat. Er war der aufgeladenen Atmosphäre in Paris am Ende des [Algerienkrieges](https://de.wikipedia.org/wiki/Algerienkrieg) entflohen und hatte hier Ruhe gesucht. In einer kleinen Pension hatte er sich eingemietet und „provisorisch den Namen Victor Chmara zugelegt“[[](https://de.wikipedia.org/wiki/Villa_Triste#cite_note-1)1], „Graf Victor Chmara“ sogar. Er lernte die junge Schauspielerin Yvonne Jacquet kennen, verliebte sich in sie und lernte durch sie wiederum den etwas älteren homosexuellen Arzt Dr. René Meinthe kennen. Es ist eine trügerische Harmlosigkeit, die über dem Treiben am Ort liegt. Der Regisseur des Films, der für Yvonne das Debüt ihrer Karriere bedeutet, gibt eine Party, die abrupt „eine andere Wendung“ nimmt, als manche Teilnehmer alle Hemmungen fallen lassen. Höhepunkt des Sommers ist ein bizarrer Wettbewerb um den „Coupe Houligant ... eine Art Wettbewerb in Eleganz“ – aufsehenerregende Automobile, Damen in kostbarster Kleidung, alles hochelegant dargeboten. Gewinner sind Yvonne und ihr Chauffeur Dr. Meinthe. Beim anschließenden Empfang können Feindseligkeiten eine Weile unterdrückt werden, bis der notorische Frauenheld Daniel Hendrickx eifersüchtig fragt, wann Yvonne und Victor heiraten wollten, und Victor entgegnet: „Sobald dieses dreckige französische Scheißnest hinter uns liegt.“ Mehr und mehr rückt die Figur jenes Dr. René Meinthe in den Vordergrund der Erinnerungen des Erzählers. In dessen Villa verbringen Victor und Yvonne ihre Zeit in einer „köstlichen Apathie“, wenn Meinthe sich gerade einmal wieder in Genf aufhält: „Alles um uns schwebte. Wir schalteten nicht einmal das elektrische Licht ein, als die Nacht herabsank.“ Es gibt eigenartige Telefonanrufe, „nach Mitternacht“: „Hallo, hier Henri Kustiker. Hören Sie mich?“ – Und einmal haben sie, Victor und Yvonne, miterlebt, wie zwei Männer einen dritten, „dessen Gesicht blutüberströmt war“, in Meinthes Haus zerrten. Alles bleibt ohne Erklärung, aber der Erzähler ahnt, dass Meinthes Verabredungen in Genf irgendetwas mit dem Algerienkrieg zu tun haben. „Agenten aller Art. Polizeispitzel auf beiden Seiten.“ Auf dieses ganze sonderbare Ambiente blickt der Erzähler mit dem Abstand von zwölf Jahren zurück. Der Auslöser für das Erwachen seiner Erinnerungen wird erst kurz vor dem Ende des Romans mitgeteilt: Eine Zeitungsmeldung, auf die er – längst wieder in Paris lebend – gestoßen war: „Ein Arzt aus A..., Monsieur René Meinthe“ hat Suizid begangen.
Buchformate
Papier, EPUB
Ist verfilmt worden